Luminita Sabau, Leiterin der Kunstsammlung der DZ BANK, Frankfurt am Main

Dehnels Gemälde und Fotografien entstehen parallel. Dadurch erkennt man deutlich die je andere Stofflichkeit der Oberfläche des fotografischen und des malerischen Bildes. Sie altern jeweils ganz anders. Dieser Unterschied ist nicht nebensächlich, denn er macht auf die unterschiedlichen Zeitlichkeiten der beiden Medien aufmerksam.

Sabine Dehnel (*1971 in Ludwigshafen am Rhein) lebt und arbeitet in Berlin. Sie verbindet Malerei mit inszenierter Fotografie sowie Abstraktion mit Gegenständlichkeit. 2013 erschien der Katalog Sabine Dehnel. Reframing im Hatje Cantz Verlag.
Drei Aspekte, die uns an den Arbeiten der Künstlerin faszinieren:
Sabine Dehnel verbindet Malerei mit inszenierter Fotografie und schafft dadurch etwas Neues, bisher nicht Dagewesenes. Durch die medienübergreifende Technik verknüpft sie den imaginativen Moment der Malerei mit der authentischen Dokumentation der Fotografie.
Sabine Dehnel bezieht sich in der aktuellen Serie Mona auf die lange Tradition des Porträts in der Malerei wie in der Fotografie, denn die Inszenierung von Personen unterschied sich zunächst kaum voneinander. Die Protagonisten wurden mit kostbarsten Accessoires und Kleidungen ausstaffiert. Diesen Aspekt greift Dehnel insofern auf, dass ihre Porträtierten mit aufwändiger, in Handarbeit angefertigter Kleidung assoziativ ausgestattet werden. Dabei verzichtet sie jedoch bewusst auf die Darstellung des Antlitzes der Frauen und erzeugt somit eine geheimnisvolle Aura.
Sabine Dehnel spiegelt die auratische Erscheinung in einer Andacht der in Amuletten eingefassten Ikonen wider und bezieht sich zugleich auf die Post-mortem-Fotografie, die im 19. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil des Totenkultes und der Erinnerung an einen lieben Verstorbenen war. Die dadurch entstandene Abwesenheit des Abgebildeten in der Fotografie, die deren Magie ausmacht, wird gleichermaßen in den beeindruckenden Drehskulpturen der Künstlerin reflektiert. Demzufolge fungiert der schwarze Schwan Linda, der in einem aufwändigen Prozess aus schwarzen Nylonstrümpfen und Draht hergestellt wurde,als Gedenkskulptur und Porträt in Andacht an eine verstorbene Dame. Ebenso wie in der Serie Mona lässt Sabine Dehnel in ihren Skulpturen kein erkennbares Abbild zu und erzeugt eine romantisch beseelte Erinnerung an einen lieben Menschen.

Vita

  • 1993-1999 Studium der bildenden Kunst und Philosophie an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • 1999-2000 Meisterschülerin
  • 2000/01 MFA Program am Otis College of Art and Design, Los Angeles

Awards

  • 2012 Atelierstipendium, Centro Cultural Andratx, Mallorca,Spanien
  • 2010 Künstlerhaus Edenkoben der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur
  • 2006 Förderstipendium, Parc Saint-Léger, C’entre d’Art Contemporain, Pougues-les-Eaux Verein zur Förderung von Kunst und Kultur, Pfalz
  • 2005 Atelierstipendium, Centro Cultural Andratx, Mallorca, Spanien; Förderpreis, Weldekunstpreis für Fotografie, Plankstadt-Schwetzingen
  • 2003 Künstlerhaus Schloß Balmoral, Bad Ems; Preis der Universität, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz.
  • 2002 SCA-Art-Preis, Wien und Mannheim
  • 2000/1 Jahresstipendium der Rotary Foundation International, Evanston, Illinois
  • 1998 Förderstipendium der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Solo Exhibitions

2015 „Stay - Ich sterbe nicht umsonst“, e.artis contemporary, Chemnitz
2014 „Reframing – Übermalen eines Moments“, Galerie Robert Drees, Hannover
2013 „Mona“, Museum Wiesbaden „Drop the thought“, LSD Galerie, Berlin
2012 „Skirts“ (mit Heidi Lender), Richard Levy Gallery,Albuquerque, New Mexiko
2011 „Die Dinge des Lebens“, Morgen Contemporary, Berlin
2010 „playground“, Martin Asbaek Gallery, Kopenhagen
2009 „Solo Project“, 2x2projects, Pulse Miami/Art Amsterdam „Portraits“, Galerie Esther Woerdehoff, Paris
2008 „Solo Project“, MasArt Galerie, Photo Miami „Playground“, MasArt Galerie, Barcelona
2007 „undercover“, 2x2 Projects, Amsterdam „elsewhere“, Richard Levy Gallery, Albuquerque, New Mexiko „make up“, Martin Asbaek Projects, Kopenhagen „Jede Ähnlichkeit ist frei erfunden“, Columbus Art Foundation, Ravensburg
2006 „Relocated #1“, Galerie Filipp Rosbach, Leipzig „In Between“, Rebecca Ibel Gallery, Columbus, Ohio „Ganze Tage in den Bäumen“, Kunstverein Ludwigshafen „Inzwischen“, Kunstverein Münsterland, Coesfeld [&] Kunsthaus Wiesbaden
2005 „Camouflage“, Carl Berg Gallery, Los Angeles
2004 „No Holidays“, Galerie Asbaek, Kopenhagen

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